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Die Zeit des Peter W.

von Bodo Kroll

Alles war ganz harmlos! Ich stand gerade in der Küche, als mir plötzlich schwindlig wurde. Mein Sehvermögen trübte sich für einen kurzen Moment. Es war, als ob der Bildschirm meines Computers nur noch eine ganz große Pixelauflösung hätte. Die Konturen wurden rasterhaft, die Farben reduzierten sich auf Schwarz und Weiß.

 

Auf einmal war alles wieder ganz normal.

 

Verwundert griff ich nach dem Wasserkocher, um den Tee für meine Frau und mich aufzugießen. Die Tassen standen vor mir auf der blau gesprenkelten Arbeitsplatte der weißen Einbauküche.

 

Der Kocher war irrsinnig schwer! Es war, als ob meine Hand überhaupt keine Kraft mehr hatte. Mühselig drückte ich den Wasserkocher in Richtung Tassen wie durch einen zähen Schleim.

 

Meinem Gefühl nach hatte ich Minuten gebraucht, um das Gefäß über die Tassen zu bekommen. Schweißperlen standen mir auf der Stirn.

 

Noch verrückter verhielt sich das Wasser! Es lief zuerst gar nicht aus dem Kocher. Dann plätscherte es wie Fett aus einer Werkstattpresse gemächlich in die Tasse. Ich zog den Kocher mit Gewalt wieder zurück auf die Arbeitsplatte. Das ist vollkommen verrückt, durchfuhr es mich. Der Schweiß lief mir jetzt über das Gesicht. Mit einer schnellen Bewegung wischte ich ihn weg.

 

Irgendetwas war hier faul! Hatte ich Fieberphantasien? Warum musste ich den Kocher wie durch eine Wattewand drücken, warum lief das Wasser nur in Zeitlupe aus dem Kocher?

 

Mir kam ein Gedanke: Lief die Zeit langsamer? Doch dann hätte ich mich doch auch langsamer bewegen müssen.

 

Ich drehte mich im Kreis und ruderte dabei mit den Armen. Nein, bei mir war alles ganz normal. Die Umgebung war es, die sich verändert hatte.

 

So schnell ich konnte, eilte ich die wenigen Stufen zu unserem Wohnzimmer hinauf. Ich wollte unbedingt meiner Frau von meinem verrückten Erlebnis berichten. Noch während ich die Treppe hinaufkeuchte, wurde mir wieder schwindlig. Ich musste nach dem Handlauf greifen, um nicht zu stürzen. Verwirrt griff ich mir an den Kopf und lehnte mich ans Geländer.

 

Ich war krank! Das war die Lösung. Wahrscheinlich hatte ich Fieber. Hohes Fieber konnte leicht zu Bewusstseinstrübungen führen, das war mir bekannt.

 

Flugs drehte ich mich auf der Treppe um und rannte zurück in die Küche. Im zweiten Küchenregal über der Spüle lag das elektrische Fieberthermometer, das meine Frau immer für unseren Sohn nahm. Dieses Gerät ließ sich problemlos aus dem Regal nehmen. Die Handhabung war denkbar einfach. Ich steckte den Sensor einfach in mein rechtes Ohr, betätigte den Startknopf, wartete dann auf den Signalton und blickte gespannt auf die Anzeige.

 

Auf dem kleinen Display erschien ein ganz normaler Wert. Also kein Fieberschub. Verwundert legte ich das Messgerät zurück und lief erneut die Treppe hinauf: Ich wollte unbedingt meiner Frau von meinen Erlebnissen berichten.

 

Völlig außer Atem stand ich Sekunden später im Wohnzimmer. Meine Frau blickte mich verwundert an.

 

"Hast du den Tee nicht mitgebracht?", fragte sie zu Recht.

 

Was will ich ihr eigentlich sagen?, überlegte ich. Dass mir der Wasserkocher plötzlich zu schwer geworden ist? Dass mir zweimal schwindlig geworden ist und ich kein Fieber habe? Die Antwort meiner Frau auf derart abstruses Zeug konnte ich mir ersparen. Vielleicht nachher, beim gemütlichen Teetrinken ...

 

"Entschuldige, habe ich glatt vergessen," murmelte ich in mich hinein und trabte eilig wieder die Treppe hinunter. Wie gut, dass meine Frau mich so liebte, wie ich bin. Mit diesem schusseligen Auftritt hätte ich bei einer anderen Dame wenig Eindruck gemacht.

 

Die Teetassen standen immer noch unangetastet auf der blaugesprenkelten Arbeitsplatte. Hastig griff ich die Porzellangefäße, warf die Teebeutel in den Mülleimer unter der Spüle und machte mich auf den Weg zurück in die Stube. Auf der dritten Stufe überkam mich wieder dieser seltsame Schwindel. Ich verlor jede Orientierung. Mit den beiden Tassen in der Hand stürzte ich vornüber. Der heiße Tee ergoss sich auf die Steinstufen. Die Splitter der Tassen sprangen über die Treppe.

 

Benommen richtete ich mich auf. Na prima, gratulierte ich mir selbst im Stillen. Besser hätte ich Großdussel es nicht hinbekommen können. Den gemütlichen Abend mit meiner Frau und einer Tasse Tee konnte ich wohl vergessen. Ein Wunder, dass sie noch nicht oben am Treppenabsatz stand, um nach dem Rechten zu sehen.

 

Irgendwie spielte mein Kreislauf jetzt völlig verrückt. In meinen Ohren vernahm ich nur noch ein tiefes, dunkles Raunen.

 

Mit einer Hand stützte ich mich ab. Ich wollte bei meinem nächsten Schwindelanfall nicht die ganze Treppe hinunterfallen.

 

Mitten in der Bewegung erstarrte ich. Verdammt, das konnte einfach nicht wahr sein! Die Splitter der Tassen hingen, genauso wie die Tropfen des vergossenen Tees, in der Luft. Erst als ich ganz genau hinsah, glaubte ich eine unwahrscheinlich langsame Bewegung Richtung Boden entdecken zu können.

 

Hastig eilte ich die Treppe hinunter, bemüht, ja nicht gegen die Splitter oder die Teetropfen zu stoßen. Das hier war eine absolut surreale Situation. Die Schwerkraft schien keinen Einfluss mehr auf diese Objekte zu haben.

 

"Schatz, komm runter, das musst du dir ansehen!", rief ich zu meiner Frau die Treppe hinauf.

 

Vorsichtig berührte ich einen der Porzellansplitter. Er fühlte sich vollkommen normal an. Ich nahm ihn in die Hand, doch nur unter erheblicher Kraftanstrengung konnte ich ihn aus seiner Bahn zwingen.

 

Ich ließ ihn los und beobachtete, wie er auf seiner durch mich geänderten Bahn weiter dem Küchenboden entgegen schwebte.

 

Wo blieb nur meine Frau? Bald würden die Teile den Boden berühren, und dann war es wahrscheinlich um diesen Effekt geschehen. Meine Frau sollte sich dieses Naturschauspiel unbedingt ansehen.

 

Wieder hetzte ich die Treppe hinauf. Meine Frau saß ganz entspannt vor dem Fernseher. Offensichtlich hatte sie das Tohuwabohu auf der Treppe nicht mitbekommen. Ihr Blick ging an mir vorbei.

 

"Schatz?", sprach ich sie verwundert an, doch sie schien mich überhaupt nicht wahrzunehmen. Ihrem Blick folgend schaute ich jetzt ebenfalls zum Fernseher. Auf dem Bildschirm bildete sich, wie an einem Faden aufgehängt, Punkt um Punkt, wurde zu einer Zeile und schließlich irgendwann zu einem Bild. Sekundenlang konnte ich meinen Blick nicht vom Fernsehgerät wenden. Wieso lief das Bild so seltsam?

 

Langsam sickerte die Wahrheit in mein Bewusstsein. Nicht die Tassen waren ein Phänomen, nicht der Fernseher. Ich war es!

 

Seit meinem Schwindelanfall verlief die Zeit für mich hundertfach, wenn nicht tausendfach schneller ab. Wie konnte es dazu kommen? Was sollte ich jetzt machen?

 

Einer Eingebung folgend, fasste ich meine Frau an die Schulter, um sie zu schütteln. Erwartungsgemäß konnte ich sie genauso schwer bewegen wie die Tassensplitter oder den Wasserkocher. Sie bemerkte mich einfach nicht. Obwohl ich ihr im Bild stand, starrte sie stumpf durch mich hindurch.

 

Das war ja irgendwie auch logisch, gestand ich mir ein. Für sie war ich zur Zeit nur ein flüchtiger Schatten, mehr nicht. Ein sich schnell bewegender Schemen, der, bevor man ihn wahrgenommen hat, schon wieder verschwunden war.

 

Aber eine Nachricht konnte ich ihr aufschreiben! Schnell rannte ich in mein Büro, um einen Zettel und einen Stift zu holen. Auch hierbei hatte ich erhebliche Probleme. Beide Gegenstände schienen tonnenschwer zu sein.

 

Ich setzte mich ihr gegenüber. Das Sofa schien seltsam hart. Ich sank kaum in die Polster ein. War auch logisch!, überlegte ich. Schließlich bin ich ein schneller Körper, der die Trägheit der Sofafedern überbeanspruchte.

 

"Liebling!", kritzelte ich auf das Papier. Ich konnte kaum meine eigene Handschrift lesen. Der Schreiber lag unglaublich schwer und ungelenk in der Hand. "Es ist etwas vollkommen Verrücktes geschehen. Meine Zeit läuft plötzlich 1000-fach schneller ab als die der restlichen Welt. Ich weiß nicht, warum es so ist. Sobald du diesen Zettel liest, rufe bitte den Arzt an. Ich werde versuchen, hier bei dir zu bleiben. In Liebe, Peter."

 

Ich legte den Zettel direkt vor ihr auf den Stubentisch. Dann stand ich auf und wartete.

 

Es geschah nichts! Wahrscheinlich würde ich hier Tage stehen, bis sie den Zettel überhaupt wahrnahm. Diese Zeit wollte ich anders nutzen.

 

Ohne besondere Eile ging ich die Treppe hinunter. Im Hausflur schaltete ich das Licht ein. Auch hier machte sich der Masseträgheitseffekt des Lichtschalters bemerkbar. Nur mit Mühe konnte ich ihn herumlegen.

 

Dann öffnete ich die Haustür, stemmte meine Füße gegen den Türrahmen und zog sie ganz langsam auf.

 

Draußen auf der Straße war es totenstill. Die Borgfeldstraße, an der wir wohnten, war eigentlich eine lärmende Hauptverkehrsstraße, die eine der Lebensadern der Stadt war. Hier war es niemals leise. Es konnte nur bedeuten, dass die Schallwellen so träge geworden waren, dass sie für meine Ohren nicht mehr wahrgenommen werden konnten.

 

Doch warum konnte ich überhaupt noch atmen?

 

Meine Atemfrequenz war sehr flach. Trotzdem hatte ich das Problem, Luft zu holen. Irgendwie war das alles sehr seltsam, doch ich konnte es zur Zeit sowieso nicht ändern.

 

Ich schob meine Überlegungen zur Seite. Entspannt ging ich über die Straße. Selbst die Fahrzeuge, die sonst an unserem Haus mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit vorbeifuhren, schienen jetzt zu parken. Gegenüber war ein Juwelier. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen. Der Verkaufsraum war offen. Ohne Probleme ging ich von der Ladenseite an die Schaufensterauslagen und nahm eine wertvoll aussehende Kette in die Hand. Ich hätte mir hier die Taschen bis zum Anschlag füllen können, doch irgendwie hatte ich keine Lust dazu. Mit einem Achselzucken legte ich die Kette zurück und verließ den Laden.

 

Essen und Trinken!, durchfuhr es mich. Konnte ich in diesem ominösen Zustand überhaupt Nahrungsmittel zu mir nehmen?

 

Eilig hetzte ich aus dem Geschäft. Nebenan befand sich ein Bäcker. Dieses Mal hatte ich keine Gewissensbisse, hinter den Verkaufstresen zu gehen. Ohne Bedenken langte ich in die Auslagen und stopfte ein belegtes Brötchen in mich hinein.

 

Es schmeckte wie immer. Es war nur sehr zäh, was ich auf die Masseträgheit schob. Was war das bloß für ein seltsamer Zustand, in dem ich mich befand. Mein erster Gedanke, dass die Zeit für mich schneller lief, schien nicht in allen Bereichen zu stimmen. Ich konnte das Brötchen, wenn auch etwas schwerfällig, kauen und schlucken. Die kommenden Tage würden zeigen, ob ich die Nahrung verdauen konnte. Wieder draußen auf der Straße, überkam mich eine tiefe Traurigkeit. Es war, als ob ich in ein großes Wachsfigurenkabinett geraten war. Als ich die Passanten auf dem Gehsteig sah, bekam ich eine neue Idee. Ich trat an eine unbekannte Frau heran und drückte meinen Finger vorsichtig gegen ihre Wange. Die Haut fühlte sich vollkommen normal an. Sie war weich und warm.

 

Aus den Augenwinkeln heraus sah ich eine Bewegung. Irritiert fuhr ich herum. Was war so schnell, dass ich die Bewegung in meiner momentanen Situation sehen konnte?

 

Ich beeilte mich zwischen den Leuten auf dem Gehweg hindurch zusehen. Es sah aus wie eine Frau in einem dunklen Mantel. Sie bewegte sich vollkommen normal, als ob es das Natürlichste auf der Welt sei, sich mit meinem Tempo zu bewegen. Nichts wie hinterher, durchfuhr es mich. So schnell ich konnte, schlängelte ich mich an den Passanten vorbei.

 

"Hallo, können Sie mich hören?", rief ich auf gut Glück hinter der fremden Frau her. "Bitte, bleiben Sie stehen, ich muss Sie etwas fragen."

 

Ich sah, wie die Frau stoppte und sich umdrehte. Sie hatte ihre mittellangen, lockigen Haare mit einem kleinen Zopfband gebändigt. Mit einem Lächeln auf den rotgeschminkten Lippen wartete sie auf mich.

 

Leicht außer Atem stand ich Sekunden später vor ihr.

 

"Na", begann sie mit einer sympathischen Altstimme, "Sie sind wohl noch nicht lange auf Ultrageschwindigkeit?"

 

Dieses Wort hörte ich zum ersten Mal. Anscheinend gab es mehrere Menschen, die von dieser Ultrageschwindigkeit befallen worden waren. Ich musste unbedingt mehr darüber erfahren.

 

"Das sehen Sie vollkommen richtig", keuchte ich, immer noch außer Atem. "Ich brauche dringend ein paar Erklärungen, sonst werde ich noch verrückt."

 

"Das kann ich mir gut vorstellen" entgegnete die Frau. "Mir erging es damals nicht sehr viel anders, doch Sie haben Pech, ich habe gerade keine Zeit, mich lange mit Ihnen zu unterhalten."

 

Mit diesen Worten wandte sie sich von mir ab und ging ihres Weges. Ich war völlig perplex. Wieso hatte sie keine Zeit? In unserem Zustand hatten wir doch eigentlich die Zeit für uns gepachtet. Mit eiligen Schritten lief ich hinter ihr her.

 

"Aber ich kann Sie doch begleiten. Dabei können Sie mir alles erklären. Mein Name ist übrigens Peter Winter, Winter wie Sommer", versuchte ich einen Scherz, um die Situation ein wenig zu entspannen.

 

"Na gut" antwortete sie mit leicht genervter Stimme. "Schließlich kann ich Sie ja hier nicht hängenlassen. In diesem Stadtteil wohnen einfach zu wenige von uns."

 

Die Schritte der Frau beschleunigten sich. Sie steuerte auf die Spielbank zu, die an der Kreuzung Borgfeldstraße / Meinholdallee lag.

 

"Auf unserer Erde gibt es verschiedene Zeitablaufzonen", erklärte sie, ohne mich anzusehen. "Bisher lebten Sie auf der langsamsten Ebene. Unter gewissen Umständen ist es jedoch möglich, die Zeitablaufzonen zu wechseln, wenn bestimmte Faktoren zusammenkommen."

 

Dies war schon einmal ein Ansatz, dachte ich. Mutig geworden, hakte ich nach: "Wie sind Sie in diese Ultrageschwindigkeit gekommen?"

 

"Das ist vor ungefähr acht Jahren passiert. Plötzlich war ich in dieser Welt, fand ein paar Freunde und einen neuen Job. Seitdem sind meine Erinnerungen an meine alte Welt fast verschwunden", erklärte sie. Zum ersten Mal blickte sie mich aus ihren wunderbaren mandelförmigen Augen an. Ich stand unwahrscheinlich auf große, dunkle Augen, und genau solche Augen hatte diese Frau, deren Namen ich noch immer nicht kannte.

 

"Vermissen Sie ihr altes Leben nicht, Frau ...", versuchte ich ihren Namen zu erfahren.

 

"Manchmal", entgegnete sie, "ach ja, mein Name ist Christine Wienbach, und ich arbeite gerade für die Kocks. Das sind Wesen von einer anderen Welt, die ebenfalls auf der Erde wohnen. Da sie ebenfalls in der Ultrageschwindigkeit leben, sind sie im Großen und Ganzen in der langsamen Welt unsichtbar."

 

Mir ging ein ganzer Kronleuchter auf. All die seltsamen Ufosichtungen, die ominösen okkulten Dinge der Erde standen im ursächlichen Zusammenhang mit der Ultrageschwindigkeitswelt.

 

Die Frau und ich eilten gemeinsam die feudale Marmortreppe der Spielbank hinauf. Frau Wienbach orientierte sich kurz. Offensichtlich war sie hier auch noch nicht allzu oft gewesen. Dann ging sie am regungslosen Portier vorbei in einen in dunklen Farben gehaltenen geräumigen Salon. Ihr Ziel war der große, mit grünem Filz bezogene Roulettetisch. Neugierig folgte ich ihr.

 

"Gottseidank bin ich noch rechtzeitig gekommen", erklärte sie mir geheimnisvoll.

 

Die Kugel klebte auf der Scheibe. Ich vermutete, dass dies alles mit rasender Geschwindigkeit geschah, doch in meinem momentanen Zustand fehlte mir einfach jegliche Relation.

 

Christine Wienbach schob die Roulettekugel auf die 14 und hielt sie dort fest. "Ich muss die Kugel fixieren, sonst rollt sie weiter!", erklärte sie dozierend. "Das ist ein Auftrag von einem schon lange verstorbenen Freund der Kocks, der damit seine Frau finanziell absichern will. Die Kocks notieren solche Wünsche und geben sie dann an die Menschen der Ultrageschwindigkeitswelt weiter. Das ist mein Job. Dafür erhalte ich meinen Lohn."

 

Frau Wienbach ließ die Kugel los. "So, jetzt habe ich Zeit", fuhr sie fort. "Ich habe meine Termine für die heutige Zeiteinheit abgearbeitet."

 

"Wo gehen wir jetzt hin?", fragte ich neugierig nach.

 

"Ich denke, ich bringe Sie in eine Gegend, wo fast alle Ultrageschwindigkeitsmenschen wohnen. Dort kann ich Sie allein lassen. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an die Kocks, das sind so kleine blasse Gnome mit riesengroßem Eierkopf und handtellergroßen, schwarzen Augen, oder an eine der anderen Alienrassen. Die wissen hier am besten Bescheid."

 

"Und wie komme ich wieder zurück?", brachte ich meine Gedanken auf den Punkt.

 

"Gar nicht", erwiderte Christine Wienbach überrascht. "Sie sind in der Ultrageschwindigkeitswelt. Meines Wissens gibt es keinen Weg zurück."

 

"Aber ich bin doch auch hierher gekommen, dann muss es doch auch einen Weg zurück geben." Ich bemerkte, dass meine Stimme zitterte.

 

„Also, da müssen Sie wirklich die Kocks fragen”, antwortete sie ratlos. "Wir müssen jetzt in die City. Dort in der Einkaufszone sind immer die meisten Menschen anzutreffen. Am Calvertorplatz steht oft eine Fähre der Kocks. Ich schlage vor, dass wir dorthin gehen."

 

Tief in Gedanken versunken nickte ich. Es sollte keinen Weg zurück geben? Was war mit meiner Frau, meiner Arbeit?

 

Die Bedeutung des Auftrages, den Frau Wienbach gerade erfüllt hatte, kam mir zu Bewusstsein. Wie lange vermochte hier, in der Ultrageschwindigkeitswelt, ein Mensch zu leben? Ich war 37 Jahre alt. Folglich hatte ich noch maximal 40 bis 45 Jahre vor mir. Wie viele Stunden oder Tage waren das wohl in meiner alten Zeit ...?

 

*

 

Meinem Gefühl nach lief ich jetzt schon über eine Stunde schweigend neben Frau Wienbach her. Wie viele Millisekunden mochten dies wohl in meiner normalen Zeit sein? Der Gedanke ließ mich erschauern.

 

Die Frau war wirklich seltsam. Offensichtlich war sie nicht gerade glücklich, mich hierher begleiten zu müssen. Von einer Fähre oder einer Art Raumschiff konnte ich nichts sehen. Zwei der blassen Gnome standen jedoch tatsächlich dort. Frau Wienbach brachte mich zu den Wesen und erklärte ihnen kurz, dass ich gerade angekommen wäre. Dann verabschiedete sie sich von uns mit einem Lächeln, das mich in einer anderen Situation zum Träumen veranlasst hätte.

 

"Sie sind jetzt bestimmt vollkommen durcheinander?", wandte sich eines der Wesen verständnisvoll an mich. Seine Stimme klang für den kleinen Körper vollkommen unpassend – ein unwahrscheinlich tiefer, voluminöser Bass. Doch sie hatte etwas Vertrauenerweckendes.

 

"Kommen Sie, setzen wir uns erst einmal dort auf die Bank", stieg das zweite Alien in die Konversation ein. Ich nickte dankbar und tat, wie mir geheißen wurde.

 

Der Fußmarsch machte sich jetzt doch in meinen Beinen bemerkbar. Solche Wege legte ich sonst nur mit dem Auto zurück.

 

"Ich möchte wieder nach Hause", fasste ich meine Gefühle zusammen. Mein Blick, der bisher ins Leere ging, richtete sich auf die beiden Aliens.

 

"Das geht leider nicht", erklärte das erste Alien. "Wie heißen Sie eigentlich? Mich nennen die Menschen Therran, und das ist mein Freund Ezoons."

 

"Mein Name ist Peter Winter, ich wohne in der Borgfeldstraße und möchte wirklich sehr gern zurück", antwortete ich.

 

"Das ist fast unmöglich", erhielt ich erneut eine Absage. Doch dieses Mal war das Wörtchen "fast" enthalten. Eine vage Hoffnung.

 

"Erzählen Sie uns doch bitte genau, was Ihnen alles passiert ist, bevor Sie in die Ultrageschwindigkeitswelt kamen." Das erste Alien legte seinen dünnen Arm auf meine Schulter.

 

Ich berichtete alles, angefangen beim Wasserkocher, von den Schwindelanfällen, dem Bäckerladen bis zur Begegnung mit Frau Wienbach.

 

"Sie scheinen einmal zurückgefallen zu sein", erklärte Ezoons. "Ihre Beschreibung, als Sie den Wasserkocher beim ersten Mal kaum heben konnten, deutet darauf hin. Demnach sind Sie anschließend wieder in Ihre Welt zurückgefallen, um dann erneut in die unsere zu kommen."

 

Ich nickte eifrig. Die Erklärung des Aliens kam mir sehr schlüssig vor.

 

"Wie kommt es eigentlich, dass ich so plötzlich in diese Welt geraten bin?", wollte ich wissen.

 

"Verschiedene Faktoren müssen zusammentreffen", erklärte Therran. Ezoons holte eine Art Taschenrechner mit einem großen Display aus einer Tasche, die mir zuvor nicht aufgefallen war, und begann die drei Finger seiner rechten Hand auf das Gerät zu pressen.

 

 

Therran lenkte mich mit seinen Ausführungen ab. "Zum einen muss ein Mensch eine gewisse psionische Affinität zu dieser Welt haben."

 

Ich schaute verständnislos. "Was heißt 'psionisch'?"

 

"Psionische Energien sind der Menschheit noch nicht bekannt", dozierte das Alien weiter. "Unsere Welt ist nicht vierdimensional, wie Sie denken, sondern es gibt fünf Dimensionen. Die psionische Energie ist fast ausschließlich in der vierten und fünften Dimension vorhanden. Sie regelt unter anderem die Geschwindigkeit der chemischen und physikalischen Abläufe. Jede lebende Zelle im Universum erzeugt ebenfalls psionische Felder, die in direkter Wechselwirkung zur vierten und fünften Dimension stehen."

 

Therran sah mich an. Seine großen schwarzen Augen verrieten keine Regung, doch ich vermutete, dass es sich nicht sicher war, ob ich überhaupt verstand, was es gerade gesagt hatte.

 

"Bisher kann ich Ihnen so in etwa folgen", versuchte ich ihn zu beruhigen. Ich war neugierig, was er noch zu sagen hatte. Endlich kam ein wenig Licht in meinen Weltentransfer.

 

Das Alien setzte seine Erklärung fort: "Die fünfte Dimension ist nicht linear, das heißt, es gibt dort ebenfalls Krümmungen und Verwerfungen, wie es in der Natur durchaus üblich ist. Selbst Einstein hat ja mit seiner Relativitätstheorie bewiesen, dass die Zeit eine recht subjektive Sache ist. Wenn nun Ihre persönlichen psionischen Felder in eine Wechselwirkung mit einer fünfdimensionalen Raumverwerfung treten, kann es zu einer Spannungsveränderung Ihrer Körperzellen kommen. Und schon sind Sie in der Ultrageschwindigkeitswelt. Oder sonst wo. Es gibt noch zig andere Welten, in die Sie hätten kommen können. Diese hier ist nicht die schlechteste."

 

"Und wovon leben Sie und die Menschen hier eigentlich?", nahm ich den neuen Faden auf.

 

"Es gibt mittlerweile 5 Millionen Menschen auf der Erde, die in der Ultrageschwindigkeitswelt leben. Hinzu kommen einige Tausend außerirdische Lebensformen. Die Menschen leben, arbeiten und vermehren sich genauso, wie in ihrer Welt. Die Verbindung zu ihrer Welt ist, durch den veränderten Zeitfaktor, jedoch sehr gering. Ein Menschenleben hier dauern nur wenige Tage in ihrer Welt. Lediglich wir sind für gewisse Sachen ein verbindendes Glied, da unsere Lebenserwartung nahezu unbegrenzt ist."

 

Jetzt verstand ich den Auftrag, den Frau Wienbach ausgeführt hatte. Die Person, die gebeten hatte, ihre Angehörigen finanziell zu sichern, war längst verstorben. Sie hatte nur dafür gesorgt, dass die Angehörigen an einem bestimmten Tag, zu einer bestimmten Uhrzeit in der Spielbank am Roulettetisch auf die 14 setzen sollten.

 

Die Dimensionen dieser Welt gingen mir schlagartig auf. Es war schier ungeheuer, was hier möglich war. Das Alien deutete meine Blick richtig.

 

Es ist auch für uns sehr schwer, die unglaublich langsamen Vorgänge der anderen Welt zu durchschauen. Doch können wir punktuell entscheidenden Einfluss auf die Geschichte nehmen."

 

Die unglaublichen Zufälle und Unwahrscheinlichkeiten der letzten Jahrzehnte kamen mir in den Sinn. Warum scheiterte das Attentat auf Hitler? Wer verhinderte, dass ich bei 180 km/h bei plötzlich einsetzenden Eisregen zu Tode kam?

 

"Haben Menschen dieser Welt ... zum Beispiel ihre Finger beim Tod von John F. Kennedy gehabt?", stellte ich eine Frage, die mir gerade in den Kopf kam.

 

"Meines Wissen, ja", erwiderte das Alien. "Aber das ist ja schon Tausende unserer Jahre her. Damals war ich gerade auf der Erde angekommen. Der Mord war eines der Hauptgesprächsthemen unter den gerade angekommenen Menschen. Einige Ultrageschwindigkeitsweltmenschen hatten es für nötig befunden, diesen mächtigen Politiker aus dem Weg zu räumen. Die Kugel des Attentäters hatte eigentlich keine Chance, den viel zu weit entfernten Mann zu treffen. Damals soll ein Mensch der Ultrageschwindigkeitswelt die Kugel nachgeführt haben."

 

"Die Welt am Gängelband der Wesen aus der Ultrageschwindigkeitswelt", resümierte ich das Gehörte.

 

"Richtig!", bestätigte das Alien. "Jedes neu ankommende Wesen versucht seinen Angehörigen zu helfen, soweit es geht. Dies ist hier eines der großen Geschäfte. Wir mischen uns nur gelegentlich in die Geschicke der anderen Welt ein. Der Auftrag von Frau Wienbach war lediglich ein Freundschaftsdienst für einen längst verstorbenen Menschen, den ich gut kannte."

 

"Sie sind krank!", unterbrach Ezoons unser Gespräch. Er deutete in typisch menschlicher Manier auf sein Gerät. "Ihre körpereigenen psionischen Felder flackern wie Kerzenflammen im Wind." Meine Gesprächspartner blickten mich erschrocken an. Anscheinend war so etwas sehr gefährlich. Ich fühlte, wie sich mein Magen zusammenkrampfte.

 

"Das ist der Grund, warum Sie zweimal zwischen den Welten wechseln konnten. Ganz danach, wie sich ihre Felder stabilisieren, werden sie zwischen den Welten wechseln", klärte mich Ezoons auf.

 

"Und warum schauen Sie mich so entsetzt an?", wollte ich wissen.

 

Die Stimme des Aliens schien noch dunkler als zuvor zu klingen: "Normalerweise flackern psionische Felder nur in dem Moment, wenn die dazugehörigen Zellen ihre Funktion einstellen. Laut dem Messgerät müssten Sie eigentlich jeden Moment tot umfallen."

 

Es war wie eine kalte Hand, die meine Kehle umfasste und zudrückte. Aber warum war ich dann nicht schon lange tot? Wieso fühlte ich mich eigentlich noch so fit? Das passte alles nicht zusammen.

 

"Unmöglich!", brach es aus mir heraus. "Ich fühle mich absolut gut! Im Übrigen: Man kann nicht stundenlang sterben!"

 

Die beiden Aliens sahen mich schweigend an. In meinem Hals schien sich ein dicker Kloß zu bilden, der mich beim Schlucken hinderte.

 

Ezoons blickte wieder auf sein Messgerät. "Die Felder flackern immer mehr", steigerte er meine Unruhe. "Vielleicht ist es besser, wenn Sie sich in Ihre Wohnung zurückbegeben."

 

"Wozu soll das gut sein?", fragte ich nach, obwohl eine dunkle Ahnung mir eine mögliche Antwort vorgab.

 

"Ich weiß nicht, warum, doch ihre Felder bauen sich sehr schnell ab. Sie werden bald wieder zurück in Ihre Welt fallen, da sie das höhere Energieniveau der Ultrageschwindigkeitswelt nicht mehr halten können. Dann sind Sie dort, wo Sie sowieso wieder hinwollen. Doch nach den Messergebnissen werden Sie sehr rasch weiter abfallen. So gesehen sind Sie ein Präzedenzfall. Sie sterben gerade in der langsamen Welt, doch Ihre psionischen Felder haben Sie durch das Aufflackern noch einmal kurz in unsere Welt gebracht."

 

Meine Ahnung bestätigte sich, doch ich wäre nicht Peter Winter gewesen, wenn ich mich mit einer solchen Information zufrieden gegeben hätte. Eine vage Idee entstand in meinem Kopf.

 

"Können Sie mir wenigstens sagen, woran ich gerade sterbe?", wollte ich wissen.

 

Ezoons hantierte wieder an seinem Gerät herum. „Sie haben ein Blutgerinnsel im Gehirn. Es sitzt im Stammhirn und drückt auf das vegetative Nervensystem Ihres Körpers. Ich vermute, genau dadurch kam es zu der Fehlfunktion Ihrer körpereigenen Zellen, die zu einer Veränderung der psionischen Felder führte. Um Verwirrungen in Ihrer Welt zu vermeiden, empfehle ich Ihnen, in Ihre Wohnung zurückzukehren, da Ihr Körper jeden Moment zurückfallen wird. Kann ich noch etwas für Sie tun?"

 

"Nein, danke" erwiderte ich. "Ich werde versuchen, meine Angelegenheiten hier noch selbst zu erledigen! Bitte, entschuldigen Sie mich, ich habe jetzt, wie Sie wissen, nicht mehr viel Zeit!"

 

Mit diesen Worten stand ich auf und lief in Richtung Borgfeldstraße. Entgegen der Empfehlung der Aliens wollte ich jedoch nicht meine Wohnung zum Sterben aufsuchen. Ich musste an das Roulettespiel denken. Sicher hätte ich die Aliens darum bitten können, meine Frau finanziell abzusichern. Doch mir lief jetzt einfach die Zeit weg. Ich wollte sie nicht hier mit langen Erklärungen und Bitten vergeuden. Bereits vor Jahren hatte ich erstklassige Lebensversicherungen abgeschlossen. Normalerweise würde meine Frau keine Not leiden müssen, falls mein Vorhaben fehlschlagen sollte.

 

Mein Ziel war die Uniklinik, an der ich bereits auf dem Hinweg mit Frau Wienbach vorbeigekommen war. Dort müsste man mir doch helfen können. Nachdem ich den Calvertorplatz verlassen hatte, fing ich an zu joggen. Meine Atemfrequenz erhöhte sich schlagartig. Schon nach wenigen Minuten wurden meine Beine immer schwerer. Kein Wunder, schließlich war ich schon lange nicht mehr im Training. Ich fiel in einen schnellen Gehschritt zurück. Es waren noch gut und gern zwei Kilometer, die ich zu laufen hatte.

 

Schlagartig wurde mir wieder schwindlig. Ich musste stehen bleiben und mich an einer Häuserwand abstützen.

 

Nein, das durfte einfach nicht sein, dachte ich verzweifelt. Vielleicht war mein Plan zu verrückt. Wie sollte ich hier, in dieser Welt, irgendetwas organisiert bekommen. Vielleicht war es wirklich besser, zum Sterben nach Hause zu gehen.

 

So schnell es ging, trottete ich weiter. Bis zur Klinik bekam ich noch ein halbes Dutzend Schwindelanfälle. Bis zur Borgfeldstraße würde ich es niemals schaffen, dessen war ich mir mittlerweile sicher.

 

Das Eingangsportal des Hauptgebäudes der Klinik stand einladend offen. Zögernd schritt ich an vielen bewegungslosen Menschen vorbei. Links stand ein
Schild Notaufnahme. Plötzlich kam mir mein Vorhaben, mich mit einem Zettel auf der Brust inklusive Diagnosehinweis in einen OP zu legen, reichlich schwachsinnig vor. Falls meine Zellen hier ihre Ladung verlieren würden, bräuchten die Menschen mit Sicherheit noch einiges an Zeit, um mich zu operieren. Bis dahin wäre ich bestimmt gestorben.

 

Wieder wurde mir schwindlig. Es ging zu Ende. Der Gang zur Notaufnahme begann sich zu drehen. Meine Knie wurden weich wie Butter. Haltlos sackte ich zusammen.

 

Es war so weit. Die seltsamen Geschichten von beinahe gestorbenen Menschen, die von Lichttunneln berichteten, kamen mir in den Sinn. Fast war ich gespannt, ob es tatsächlich an dem war, wenn man starb.

 

Schlagartig wurde es um mich herum laut. Der Lärm riss mich aus meiner Lethargie. Ich fühlte, wie man mir unter die Achseln griff. Verwundert blickte ich mich um. Zwei junge Männer in weißer Bekleidung stützten mich.

 

"Haben die Aliens Ihnen Bescheid gesagt?", fragte ich sie. Doch sie schauten mich nur verwundert an.

 

"Nur die Ruhe, Herr Winter", hörte ich den einen sagen. "Der OP ist bereits vorbereitet. Wir haben schon auf Sie gewartet!"

 

Trotz meiner Benommenheit stutzte ich. Wieso kannten die Pfleger meinen Namen? Wieso war ein OP schon vorbereitet?

 

Ich verstand gar nichts mehr! Hatten die Aliens vielleicht doch ...? Aber ich hatte ihnen nichts von meinem Plan berichtet. Wieso konnten sie dann hier alles vorbereitet haben?

 

Ehe ich mich versah, lag ich bereits in einem Operationsraum. Menschen mit Tüchern vor den Mündern und weißen Hauben auf dem Kopf standen gummibehandschuht bereit, über mich herzufallen. Ein Arzt mit einer randlosen Brille drückte mir eine durchsichtige Sauerstoffmaske ins Gesicht. Mit jedem Atemzug wurde ich müder. Verrückte Welt, kam es mir in den Sinn.

 

Über meinem Kopf erschien ein rundes Licht. Aha, dachte ich sarkastisch. Das ist also der ominöse Lichttunnel, durch den es zu den ewigen Jagdgründen geht.

 

Doch statt des Tunnels tauchte ein weibliches Gesicht auf. Es erinnerte mich an das Gesicht meiner Frau, doch diese Dame hatte grüne Augen. Die Augen meiner Frau waren braun.

 

"Du schaffst es!", hörte ich eine Stimme sagen. Ich konnte nicht definieren, woher sie kam, bezweifelte jedoch, dass dieses Wesen für das Operationsteam sichtbar war.

 

"Wer bist Du?", dachte ich angestrengt zurück.

 

"Ich bin deine Tochter", kam die prompte Antwort. "Die psionische Dimensionsachse ist der Schlüssel zur Kombination der Quantenphysik mit den Formeln Einsteins. Ich habe lange gebraucht, um diese Verbindung zu finden."

 

Ehrlich gesagt interessierte mich das alles gar nicht. Etwas anderes beschäftigte mich viel mehr. Mühsam brachte ich meinen letzten klaren Gedanken zusammen: "Aber ich habe doch gar keine Tochter ..."

 

"Darum eben bin ich da ... du hast noch keine Tochter ...", kam ihre verheißungsvolle Antwort.

 

 

Ende

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